Sehr geehrter Herr Behrens,

mit Unverständnis und Enttäuschung haben wir die Entwürfe zum Jahresfahrplan 2016 zur Kenntnis genommen. Nachdem Saalfeld und die Städte im Saaletal bereits im Fernverkehr durch den Bau des ICE-Knotens in Erfurt erheblich benachteiligt werden, zeigt der Fahrplanentwurf, auch im Nahverkehr, eine erschreckende Benachteiligung unserer Region.

Mit einem überproportionalen Penderlaufkommen und einer starken, von Mittelstand und Industrie geprägten Wirtschaft, benötigt der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt einen vernünftig ausgestalteten Schienenpersonennahverkehr. Kein anderer Landkreis ist von der Entwicklung der Infrastruktur so benachteiligt worden wie der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Besonders das Städtedreieck Bad Blankenburg, Rudolstadt und Saalfeld erfährt durch die weiten Entfernungen zu den Autobahnen und den Wegfall der ICE-Verbindung weitere Einschnitte bei der Verkehrsanbindung.

Bereits im Jahr 2016 erwartet die Region erhebliche Nachteile. Durch die vorgesehene Vollsperrung der Frankenwaldbahn zwischen Lichtenfels und Bamberg wird der Verkehr gen Süden für fast acht Monate praktisch lahmgelegt. Aus unserer Sicht ist eine Totalsperrung der Strecke in diesen Ausmaßen nicht akzeptabel. Wir fordern die NVS daher auf gegenüber der Deutschen Bahn auf Alternativen zur achtmonatigen Vollsperrung zu drängen. Zumindest sollten in dieser Zeit die Fernverkehrszüge von und nach Berlin bis Saalfeld fahren.

Sehr geehrter Herr Behrens,


Mit der folgenden Stellungnahme möchten wir Ihnen einige Bedenken darlegen und erste Änderungsvorschläge einbringen.

Kursbuchstrecke 560 (Saalfeld-Jena-Naumburg-Leipzig)
Auf der Saalbahn finden die schwerwiegensten Veränderungen statt. Auch hier verschieben sich die Abfahrtszeiten um 30 Minuten. Eine Direktverbindung (eigentlich zugesagt) zwischen Saalfeld/Rudolstadt und Halle soll es nicht geben. Dafür soll der Regionalexpress nach Naumburg bis Leipzig verlängert werden. Da er dabei auf fast allen Unterwegsbahnhöfen hält, ist von dem „Express“ nicht viel zu merken.
Durch die Verschiebung der Abfahrtszeiten ergibt sich der Zustand, dass ab Saalfeld bzw. Rudolstadt, zur ungeraden Stunde, Regionalexpress und Regionalbahn innerhalb von 5 Minuten abfahren.

Verbesserungsvorschläge: 
1) Verlängerung des Franken-Thüringen-Express (Nürnberg-Jena) bis Halle/S, um dort Anschluss an die ICE nach Berlin zu erhalten.
2) Reduzierung der Haltepunkte auf dem RE Saalfeld-Leipzig (dadurch Fahrtzeitverkürzung)
3) Verschiebung Abfahrtszeit RB, sodass alle 2h quasi ein 30-Minuten-Takt zwischen Saalfeld und Jena entsteht.
4) Taktverkehr auch zwischen 21:00 und 23:00 beibehalten, d.h. zusätzlicher Zug gegen 22:00 Uhr

Gegenrichtung: (Leipzig-Naumburg-Jena-Saalfeld)
Insbesondere von jungen Menschen wird immer wieder die schlechte Abend-/Nacht-Verbindung von Jena Richtung Rudolstadt/Saalfeld, insbesondere am Wochenende, bemängelt. Vor allem Studenten, für die das Wohnen in Jena zu teuer ist, sind auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, die sie ins Umland bringen.
Unverständlich ist zudem, warum die Verstärkerzüge am Nachmittag ab 2016 plötzlich in Orlamünde gebrochen werden!? Da der Bahnhof Orlamünde nicht barrierefrei ist, werden Fahrgäste ausgeschlossen diese Verstärkerzüge zu nutzen.

Verbesserungsvorschläge: 
1.  RB 6939 (Abendzug ab 23:51 Jena-Paradies) auch wochentags einsetzen
2. Einhaltung Taktverkehr auch zwischen 21:00 und 0:00 Uhr, d.h. zusätzlicher Zug gegen 23:00 Uhr
3. Samstag- und Sonntagmorgen Einführung eines zusätzlichen Nachtzugs von Jena nach Saalfeld  (Abfahrt gegen 1:30 Uhr von Jena-Paradies)
4. RB 6905 bereits in Jena-Saalbahnhof starten lassen
5. Verstärkerzüge am Nachmittag (RB 80817/90817; RB 80819/90819; RB  80821/90821) direkt von Jena-Saalbahnhof nach Saalfeld durchbinden, ohne Umstieg Orlamünde

Kursbuchstrecke 561 (Saalfeld-Arnstadt-Erfurt)
Obwohl Saalfeld/Bad Blankenburg/Rottenbach ab 2016 eine stündliche Direktverbindung nach EF zugesagt wurde, um „alle Landesteile adäquat an den ICE-Knoten anzubinden“, muss man auch in Zukunft jede zweite Stunde in Arnstadt umsteigen. Die Umsteigezeit verlängert sich 2016 um 6 Minuten. Von Saalfeld nach Erfurt braucht man dann 67 Minuten. In der Gegenrichtung verlängert sich die Umstiegszeit gar um 8 Minuten. Von Erfurt nach Saalfeld braucht man dann 70 Minuten. Damit verliert die Bahn gegenüber dem PKW weiter an Boden. 
Vor dem Betreiberwechsel auf der Strecke (EB) war angekündigt, dass die RB zukünftig bis Blankenstein durchgebunden würden. Aus dieser Zusage wird auch 2016 nichts, obwohl eine Direktverbindung vom Rennsteig zur Landeshauptstadt (und umgekehrt) für die Bewohner des Saale-Orla-Kreises, sowie Touristen, von erheblicher Bedeutung sind.

Verbesserungsvorschläge: 
1. stündliche Direktverbindungen zwischen Saalfeld und Erfurt bzw. Erfurt und Saalfeld (Umstieg in Arnstadt entfällt); denkbar ist die Kopplung mit Triebwagen der Kursbuchstrecken 570 bzw. 573
2. Regionalbahnen bis nach Blankenstein/Saale durchbinden bzw. dort starten lassen

Kursbuchstrecke 550/555 (Saalfeld-Gera-Leipzig)
Wir begrüßen, dass durch die Drehung der Linie um 30 Minuten in Leipzig bzw. Saalfeld verbesserte Umsteigesituationen entstehen. Dadurch entsteht zu der wichtigen Abendzeit zwischen 20:40 und 22:53 Uhr aber auch ein 2h-Loch in Richtung Gera.

Verbesserungsvorschlag:
Um die Taktlücke zu schließen, soll zwischen Saalfeld und Leipzig ein zusätzlicher Zug eingesetzt werden (Abfahrt gegen 21:45 Uhr)

Abschließend bitten wir Sie den Eingang der Stellungahme zu bestätigen und würden uns über weitere Möglichkeiten des Dialogs, wie zum Beispiel einer öffentlichen Anhörung, sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen
i. A. Alexander Zeuner
Bahnbündnis für den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt i. G.



Unsere Stellungnahme als PDF-Version.