»Das Bündnis für den Bahnverkehr im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt sieht gute Chancen für die Fortführung des Fernverkehrs auf der Saalbahn ab Dezember 2017.«

Vertreter*innen des Bündnisses „Fernverkehr für Jena“ sowie der Landratsämter Lichtenfels, Kronach und Saalfeld-Rudolstadt waren am 22. Juli 2015 zu Gast beim „Bündnis für den Bahnverkehr im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt“ (bahnsaru).

Die Beteiligten waren sich an diesem Tag schnell einig, dass die von der Deutschen Bahn (DB) in Aussicht gestellte Intercity-Verbindung (IC) Karlsruhe – Stuttgart – Nürnberg – Leipzig bereits ab Dezember 2017 auf der Saal– bzw. Frankenwaldbahn umgesetzt werden muss. Dadurch würde sich ein lückenloser Übergang vom Intercity Express (ICE) zum IC-Verkehr ergeben. Die bisherigen Pläne der DB sehen jedoch vor, den IC-Verkehr auf der Saal- bzw. Frankenwaldbahn erst ab dem Jahr 2030 einzusetzen. Einer 13 Jahre andauernden Abkopplung vom Fernverkehr erteilen die anwesenden Vertreter*innen eine klare Absage.

Von offizieller Seite werden für die Verzögerung bei der Fortführung des Fernverkehrs zwei Gründe angegeben:

Zum einen wurden mit dem Bahnanbieter Abellio erst 2014 neue Verträge für den Betrieb des „Saale-Thüringen-Südharz-Netz“ abgeschlossen. Diese beinhalten u.a. den Regionalverkehr auf der Saalbahn (Saalfeld – Jena – Naumburg – Leipzig) und der Thüringer Bahn (Eisenach – Halle). Abellio übernimmt diese Strecken im Dezember 2015 von der Deutschen Bahn. Zum anderen plant die DB ab 2018 schrittweise mehrere neue IC-Verbindungen in ganz Deutschland einzurichten. Die dafür benötigten Fahrzeuge müssten aber größtenteils erst noch beschafft werden.

Die Teilnehmer*innen des Treffens zeigen sich optimistisch, dass von Seiten des Freistaates und Abellio Verhandlungsbereitsschaft besteht: „Sowohl Ministerpräsident Bodo Ramelow als auch Infrastrukturministerin Birgit Keller haben sich klar für eine Fortführung des Fernverkehrs auf der Saalbahn ab Dezember 2017 ausgesprochen. Von besonderer Bedeutung ist die Verständigung mit den Akteur*innen entlang von Saal- und Frankenwaldbahn, um die Zusammenarbeit für gemeinsame Zielsetzungen zu stärken. Mit dem Jenaer Bahnbündnis arbeiten wir bereits seit  längerem eng zusammen. Uns freut es daher sehr, dass es nun gelungen ist, mit den bayerischen Vertreter*innen in Bezug auf die Bahninfrastruktur das Zusammenwirken zu vertiefen“, erklärte Barbara Muthmann vom „Bündnis für den Bahnverkehr im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt“.

„Wichtig ist jetzt, dass unsere an Erfurt und Berlin adressierten Forderungen in den weiteren Verhandlungen zwischen dem Freistaat Thüringen, Abellio und der DB angemessen berücksichtigt werden und in ein für uns positives Ergebnis münden. Die Chancen hierfür stehen nicht schlecht“, ergänzt Sebastian Heuchel vom „Bündnis für den Bahnverkehr im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt“.

Abschließend thematisierte Ralph Lenkert vom Bündnis „Fernverkehr für Jena“ die benötigten Fahrzeuge für die IC-Linie Karlsruhe – Stuttgart – Nürnberg, die Ende 2017 planmäßig startet. Für eine dringend benötigte Verlängerung nach Leipzig wären lediglich zwei zusätzliche Zuggarnituren erforderlich. Die teilnehmenden Vertreter*innen sehen hier ebenfalls Nachbesserungsbedarf.

Foto: Marin Modes, LRA Saalfeld-Rudolstadt (Kamera bahnsaru)Foto: Marin Modes, LRA Saalfeld-Rudolstadt (Kamera bahnsaru)

v.l.n.r. hintere Reihe:
Alexander Zeuner (Bündnis für den Bahnverkehr Saalfeld-Rudolstadt)
Sebastian Heuchel (Bündnis für den Bahnverkehr Saalfeld-Rudolstadt)
Bernhard Schanze (Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt)
Helmut Kurz (Landratsamt Lichtenfels)
Patrick Stadermann (Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt)


v.l.n.r. vordere Reihe:

Ralph Lenkert (MdB, „Fernverkehr für Jena“)
Barbara Muthmann (Bündnis für den Bahnverkehr Saalfeld-Rudolstadt)
Michaela Morhard (Landratsamt Kronach)
Willi Fehn (Landratsamt Kronach)

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