»Bündnis fragt nach Erfahrungsberichten und formuliert Forderungen«

Das „Bündnis für den Bahnverkehr im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt“ lädt interessierte Menschen am Samstag, den 20. Februar um 15.00 Uhr im Büro „Grüne Ecke“ (Saumarkt 4, 07318 Saalfeld/Saale), zum Bahndialog.

Für die Menschen und die Wirtschaft in der Region Saalfeld-Rudolstadt haben sich in den letzten Monaten deutliche Verschlechterungen bei der Bahnverkehrsanbindung auf der Saalbahn ergeben. Besonders betroffen ist hierbei der Fernverkehrshalt in Saalfeld. Mit dem Wegfall des ICE-Halts 2016 ergibt sich ein bitterer Vorgeschmack auf die Jahre 2017/2018 bis 2023/2024, in denen erneut kein Fernverkehrszug nach den derzeitigen Plänen der Deutschen Bahn in Saalfeld halten wird.

Die Ergebnisse des Bahndialogs in Jena, Ende letzten Jahres, haben dem Bündnis aufgezeigt, dass die Saalbahn gegenüber der Neubaustrecke mit Halt in Erfurt massiv abgewertet wird. Der Sprecher des Bündnisses Dr. Klaus Frank hierzu: „Unter der Überschrift »Entwicklung des Bahnverkehrs in Ostthüringen« haben wir ein positives Zeichen für die Region erwartet, stattdessen verfestigt sich nun die Rückentwicklung des Bahnverkehrs auf der Saalbahn. Allen Alarmzeichen zum Trotz wird an dieser Rückentwicklung festgehalten. Kurzerhand verlagerte der Intershop-Konzern seine Abteilung Marketing und Vertrieb aufgrund der sich abzeichneten Bahnkatastrophe nach Berlin.“ Dr. Frank, der zudem im Industriestammtisch Saalfeld-Rudolstadt aktiv ist, verdeutlicht für die Region: „Ohne ein Umdenken in den zuständigen Ministerien und bei der Deutschen Bahn sind ähnliche Reaktionen seitens der Wirtschaft im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt nicht auszuschließen. Neben dem Personenfernverkehr sehen wir, gemessen an der industriellen Entwicklung entlang der Saalbahn, einen Verbesserungsbedarf im Güterverkehr, der sich mehr an den Bedürfnissen der ansässigen Unternehmen orientiert.“ Dr. Frank weiter: „Die Botschaft von Herrn Ministerpräsidenten Ramelow in seiner Neujahrsansprache in Bad Blankenburg und Frau Infrastruktur- und Landwirtschaftsministerin Keller beim letzten Industriestammtisch hörten wir wohl. Sie versprechen, sich bei der Bahn massiv für die Belange der Saalbahn einzusetzen und für eine nahtlose Anbindung an den Fernverkehr im Jahr 2018 zu kämpfen. Leider ist davon bisher noch nichts materialisiert.“

Am Samstag wird das Bündnis über die vom Bündnis „Fernverkehr für Jena“ angeschobene iRFP-Studie 2016 „Zukunft gestalten – Fernverkehr erhalten“ (1,8 MB) diskutieren und den Forderungskatalog des Bündnisses für das Jahr 2016 anpassen. Weiterführend nimmt das Bündnis Erfahrungsberichte und Meinungen direkt auf dem Bahndialog oder per E-Mail an anregungen@fernverkehr-saalfeld.de entgegen. Abschließend gibt Alexander Zeuner vom Bündnis zu verstehen: „Die bisher eingebrachten Erfahrungsberichte bilden für die Zukunft eine wesentliche Grundlage für die Formulierung künftiger Forderungen. Wir laden daher zur Mitwirkung ein und freuen uns auf weitere Zuschriften. Gern können die Zuschriften auch über die sozialen Netzwerke Facebook oder Twitter erfolgen.“