»Seit dem 4. September hält der ICE wieder in Saalfeld. Die spannende Frage ist: Wie lange?«

Mit Beendigung der Bauarbeiten zwischen Lichtenfels und Bamberg kehrt der ICE ins Saaletal zurück, vorerst. Nach wie vor ist geplant mit der Inbetriebnahme der Neubaustrecke durch den Thüringer Wald im Dezember 2017 Saalfeld und Jena vom Fernverkehr der Deutschen Bahn abzukoppeln. Dass es nicht soweit kommt, ist das Hauptziel des Bündnisses für den Bahnverkehr Saalfeld-Rudolstadt.

In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause widmete sich der Kreistag des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt dem Thema. Auf der Tagesordnung stand ein Antrag des Ausschusses für Kreisentwicklung. Dieser hatte sich bereits im Vorfeld mit der Thematik beschäftigt. Im Mai erhielt der Sprecher des Bahnbündnisses Dr. Klaus Frank die Möglichkeit dem Ausschuss die Arbeit des Bündnisses vorzustellen und für Unterstützung seitens der Kreistagsmitglieder zu werben, mit Erfolg.

Die Beschlussvorlage über die der Kreistag zu entscheiden hatte, lautete: „Der Kreistag des Landkreises Saalfeld-Rudolstadt setzt sich für einen attraktiven und leistungsfähigen Schienenpersonen- und Güterverkehr in der Region ein. Er unterstützt die Arbeit des Bündnisses für den Bahnverkehr im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt im Rahmen seiner Möglichkeiten und steht hinter den vom Bahnbündnis formulierten Forderungen und Zielen.“ In seiner Begründung vor dem Kreistag hob der Ausschussvorsitzende Sebastian Heuchel die Bedeutung des Fernverkehrs für den hiesigen Wirtschaftsstandort, Berufspendler und den Tourismus hervor. Er sei für die Region genauso wichtig, wie eine leistungsfähige Straßenanbindung.

Die Saalbahn sei zwar fester Bestandteil des neuen Fernverkehrskonzepts der Deutschen Bahn, welches eine zweitstündige Intercity (IC)-Verbindung von Leipzig über Jena-Rudolstadt-Saalfeld-Nürnberg und Stuttgart nach Karlsruhe vorsieht, allerdings erst ab dem Jahr 2023. Heuchel machte deutlich, dass eine sechsjährige Unterbrechung des Fernverkehrs negative Auswirkungen auf das Nutzungsverhalten der Fahrgäste hätte. Daher bliebe das oberste Ziel einen lückenlosen Übergang vom ICE zum IC Ende 2017 sicherzustellen. Um dies zu erreichen habe sich das Bündnis frühzeitig mit den Bahnbündnissen in Jena, Weimar und Oberfranken vernetzt. Gemeinsam könne man auf Landes- und Bundesebene mehr erreichen.

Um die Arbeit des Bündnisses für den Bahnverkehr im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt“ zu verstetigen und weiter zu professionalisieren, benötige es allerdings dringend weitere Unterstützung aus der Region. Neben dem Erhalt des Fernverkehrs setzt sich das Bündnis für einen attraktiven Regionalverkehr und den Ausbau des Güterverkehrs auf der Schiene ein.

Die Kreistagsmitglieder folgten dem Antrag beinahe einstimmig (eine Enthaltung) und sendeten einen Aufruf an die Bevölkerung: „Der Kreistag ermutigt überdies die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis dazu, seinem Beispiel zu folgen und die Arbeit des Bahnbündnisses auf vielfältige Weise zu unterstützen, um gemeinsam für eine dauerhafte Verbesserung der Anbindung der Region an den Fern-, Nah- und Güterverkehr der Bahn zu streiten.“

Dr. Klaus Frank zeigte sich mit dem Abstimmungsergebnis sehr zufrieden: „Für uns ist das Kreistagsvotum ein ganz wichtiger Schritt. Je mehr Akteurinnen und Akteure aus der Region die Arbeit unseres Bündnisses unterstützen, desto größer sind unsere Erfolgschancen. Wir laden alle herzlich ein, dem Beispiel des Kreistages zu folgen.“ Dass es sich bei dem Beschluss um mehr als bloße Lippenbekenntnisse handelt, ist sich Frank indes sicher: „Dass sich der Ausschuss für Kreisentwicklung für die Wiederaufnahme des Güterverkehrs auf der „Max- und Moritzbahn“ interessiert, stimmt mich sehr optimistisch.“

Positiv bewertet das Bündnis zudem den parteiübergreifenden Vorstoß von Bundestagsabgeordneten aus Thüringen, Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt, die sich in der „Allianz für die Heimat“ zusammengeschlossen haben, um für den Erhalt des Fernverkehrs auf der Saalbahn ab 2017 zu kämpfen.

Interessierte sind herzlich willkommen und können sich unter: https://fernverkehr-saalfeld.de/mitmachen/ melden.